Von der Videokamera aufs Smartphone

Gastbeitrag

Vier Tipps, damit Videos auch auf mobilen Endgeräten störungsfrei laufen

Toller Urlaub – tolle Videos. So das natürliche Fazit jedes Reisenden. Wenn das erst die Freunde und Arbeitskollegen sehen. Schnell wird am PC eine Auswahl der besten Filme getroffen, alles aufs Smartphone geschoben – fertig.

Doch dann der „Vorführeffekt“: Das Video wird nicht unterstützt oder kann leider nicht störungsfrei wiedergegeben werden. Mit dem Vorführeffekt haben diese Bild- und Tonstörungen aber meist sehr wenig zu tun.

Copy & Paste geht nicht
Filme und Musik, die auf dem Computer in brillanter Qualität laufen, haben auf Smartphone, Handy und Tablet oftmals lästige Bild- und Tonstörungen. Manchmal werden sie auch gar nicht erkannt. Ursache sind ungünstige Datei-Formate und falsche Einstellungen beim Komprimieren. Es gibt mittlerweile eine unüberschaubare Vielzahl an Endgeräten, die Video- und Audiodateien abspielen können. Und viele davon benötigen ein spezielles Format. Copy & Paste alleine funktionieren nicht. In diesem Beitrag geben wir, ein paar Tipps, wie man seine Videos auf das gwünschte Abspielgerät bekommt.

Bild- und Tonstörungen auf mobilen Endgeräten treten vor allem dann auf, wenn Musik oder Filme fehlerhaften umgewandelt sind oder einfach nur über Copy + Paste verschoben werden. Damit ein Video störungsfrei läuft, müssen zuvor immer mehrere Parameter wie Format, Auflösung und Bitrate der Originaldatei verändert und an das spezielle Zielgerät angepasst werden. Sonst funktioniert das Abspielen nicht. Ein universelles Format, das für alle Endgeräte gleichzeitig passt, gibt es nicht.

Vier Tipps, um Videos auf mobile Endgeräte zu bringen
Die Herausforderung unterschiedliche Videos auf dem Computer wiederzugeben, ist gering. Die gängigsten Formate werden von den Mediaplayern der Betriebssysteme abgespielt. Wenn nicht, gibt es Plug-Ins oder Software, die so gut wie alle Formate abspielen kann – beispielsweise den VLC-Player.

Was auf dem PC relativ einfach ist, gestaltet sich auf Smartphone und Co etwas aufwendiger. Medienplayer für mobile Endgeräte, die alle Formate problemlos beherrschen gibt es nicht. Computer-Foren und Chats sind voller Fragen und Problemschilderungen zu Bild- und Tonaussetzern. Für den störungsfreien Audio- und Videogenuss ist mehr zu tun, als das Kopieren einer Datei aufs Zielgerät, ein Herumprobieren in den Systemsteuerungen oder der Download neuer Players.

Folgende Parameter müssen bei Videodateien vor dem Kopieren auf jeden Fall berücksichtigt werden
Format
Kompressionsverfahren
Auflösung
Bitrate

Anpassen von Audios: MP3 kann fast jeder
Bei Audiodateien ist der Formatwandel relativ einfach. Da die mp3 seit Jahren das dominierende Medium für Musik ist, wird sie von allen gängigen Endgeräten unterstützt. Die Frage der Bitrate ist dabei meist eine Frage des freien Speicherplatzes. Für den Musikgenuss mit Kopfhörern ist eine Bitrate von 128 kbit/s meist ausreichend.

 

1. Das optimale Kompressionsverfahren
Blu-Ray Discs haben eine Speicherkapazität von 25 GB, DVDs von 4,7 GB – in Dual Layer bei beiden das Doppelte. Ohne die Filme zu komprimieren, sind diese für mobile Endgeräte ohnehin viel zu groß. Dabei reicht ein einfaches Herunterskalieren der Auflösung (z.B. von HD auf das Zielformat des Endgerätes) als alleinige Komprimierung meist nicht aus. Je nach Kompressionsverfahren kann eine Videodatei um das bis zu 100-fache verkleinert werden, ohne merkliche Qualitätsverluste. Je besser das Kompressionsverfahren, desto kleiner kann ein Video sein und noch ein gutes und flüssiges Bild liefern.

Tipp
H.264 ist ein hocheffizienter Standard zur Komprimierung von Videos. Bei gleicher Qualität benötigen H.264-komprimierte Filme etwa halb so viel Speicher wie MPEG-2.

2. Das richtige Format wählen
Kann das Video trotz Komprimierung nicht wiedergegeben werden, bzw. fehlen Bild oder Ton, dann fehlt dem Videoabspielprogramm auf  Smartphone, Handy oder Tablet mit ziemlicher Sicherheit der passende Codec. Der Codec ist ein Programm, das im Hintergrund läuft.

Seine Aufgaben: das Codieren und Decodieren der Videodatei – daher auch der Name Codec. Dabei werden vom Kodierer (auch Encoder genannt) die Video- und Audiosignale komprimiert. Zuständig für die Wiedergabe ist dann der Decodierer. Da Video- und Audiosignale immer separat gewandelt werden, ist es durchaus möglich, dass das Abspielgerät den Codec für Audio integriert hat, nicht aber den Codec für das Videoformat. Die Folge: Es gibt Ton, aber kein Bild – oder umgekehrt.

Um das zu umgehen, sollte jedes Video, das auf dem Smartphone oder Tablet landet, in ein Format gebracht werden, dessen Codecs der Player auch unterstützt. Welche das sind, findet man in den technischen Daten der Geräte und installierten Player. Wem das zu kompliziert ist, der macht aus der Originaldatei am besten eine AVI oder eine MP4. Freeware, die das erledigt, gibt es zu Hauf. Aber Vorsicht, denn die Dateiendung dieser Containerformate allein, geben noch keinen Aufschluss darüber, welche Codecs beim Komprimieren der Datei eingesetzt wurden bzw. bei der Wiedergabe des Videos gebraucht werden. Zwar können die meisten Player mobiler Endgeräte die Audio- und Video-Formate, die in MP4 und AVI-Containern enthalten sind abspielen (z.B.: MPEG-2, H.264, Motion JPEG, DivX, AAC3), eine gute Bild- und Tonqualität garantiert die MP4 oder AVI alleine jedoch nicht. Denn Faktoren wie Auflösung und die Bitrate der Videodatei beeinflussen ebenfalls die Abspielqualität von Filmen auf mobilen Endgeräten.

Tipp
H.264 auch MPEG-4/AVC oder MPEG-4/Part 10, ist ein Video-Codec, den die Player der meisten mobilen Android und Apple Endgeräte unterstützen. MPEG AAC Audio ein gängiger Audio-Codec. Das Containerformat, in welchem diese Codecs enthalten sind, ist die MP4. Empfehlenswerte Codecs beim Windows Phone sind Windows Media Video für Video und Windows Media Audio für Audio. Die Dateiendung dieser Container ist wmv oder asf.

 3. Die Bitrate – nicht zu groß und nicht zu klein
Ausdruck der Größe eines Videos ist die Bitrate. Sie bedeutet Datenmenge pro Zeit und wird in Kilobit / Megabit pro Sekunde (kbit/s und mbit/s) angegeben. Bei Filmen setzt sie sich zusammen aus Audio- und Video-Bitrate. Eine hohe Bitrate für Video und Audio ist vor allem bei hochauflösenden Bildschirmen und Dolby Surround wünschenswert, geht hier doch kein Filmdetail verloren. Sollen die gleichen Filme aber auf mobilen Geräten störungsfrei laufen, muss sie verringert werden. Dies geschieht in Abhängigkeit zum gewählten Kompressionsverfahren und der Auflösung. Ein H.264 komprimiertes Video beispielsweise kommt bei gleicher Qualität (und Auflösung) noch mit der halben Bitrate aus wie dasselbe Video bei einer MPEG-2 Komprimierung.

Tipp
Je leistungsfähiger der Prozessor, desto höher kann die Bitrate sein. Je besser die Komprimierung, desto geringer muss sie sein. Die genaue Anpassung der Bitrate übernimmt der Encoder, der entsprechend einzustellen ist. Liegt die Bitrate nach der Komprimierung in einem Bereich zwischen 500 kbit/s und 2000 kbit/s ist das für gute Bildqualität auf mobilen Endgeräten ein vernünftiger Wert.

 4. Die Passende Auflösung wählen
Die Auflösung bezeichnet die Anzahl der Bildpunkte (Pixel) die für das vollständige Bild zur Verfügung steht. Sie setzt sich zusammen aus Pixel pro Zeile multipliziert mit den Zeilen des Bildschirms. Bei Full HD liegt die Auflösung bei 1920 x 1080 Pixel, beim iPod Nano hingegen nur bei 320 x 240. Die Auflösung, die auf PC-Monitoren oder HD-Fernsehern ein gutes Bild garantiert, ist für kleine Displays mobiler Endgeräte überdimensioniert und muss ebenfalls auf dieses angepasst werden. Denn muss ein Gerät mehr Pixel darstellen, wie es auf dem Display zur Verfügung hat, muss der Prozessor die Auflösung der Quelldatei erst herunterrechnen – und das bei laufendem Video. Dieser Prozess benötigt Rechenleistung und macht Bildstörungen wahrscheinlicher.

Tipp
Welche Auflösung fürs Zielgerät möglich ist, entnimmt man den technischen Daten zum Gerät. Eine höhere Auflösung, wie das Gerät Pixel ausgeben kann, sollte vermieden werden. Besser: man bleibt eine Stufe unter der Displayauflösung.

Eine Tabelle mit optimalen Bitraten und Auflösungen für ein paar Beispielgeräte (bei H.264-Komprimierung)

Sicher durch den Formate-Dschungel
Um eigene Videos in bestmöglicher Qualität auf Smartphone und Tablet zu bringen, müssen zuvor also eine Reihe von Parametern korrekt angepasst werden. Eine Vielzahl von Programmen, womit sich Format, Bitrate, Auflösung und Co nach Belieben verändern lassen, steht dem PC-User zur Verfügung. Doch es gibt auf dem Markt auch Software, die beim Formate wandeln gleich alle nötigen Einstellungen auf einmal vornimmt – ohne, dass Experten-Kenntnisse im Codec- und Formate-Dschungel nötig sind. Hier wählt der Nutzer kein Zielformat, sondern sucht sein mobiles Gerät in einer Geräteliste – und hier sind die entscheidenden Parameter bereits voreingestellt. Diese Programme sind eine optimale Lösung für alle, die viel und gerne filmen – und ihre Lieblingsvideos ohne großen Bearbeitungsaufwand mobil genießen möchten. Ein verirren im Codecs- und Formate-Dschungel ist dann gar nicht erst möglich – und der Vorführeffekt hat keine Chance.

 

Die Empfehlung der PC Digest Redaktion ist das Produkt Formatwandler5 der Software-Firma S.A.D.

Dort wählt der Nutzer in einer Liste das persönliche Endgerät – und der Formatwandler konvertiert die Datei. So einfach ist das!


.