Datenschatten (TELEPOLIS) – Überwachungsgesellschaft?

Werner Pietsch

Auf dem Weg in die Überwachungsgesellschaft?
Elektronische Medien durchdringen bereits große Bereiche der Gesellschaft. Durch Satellitenortung, RFID, die Vernetzung von Datenbanken hinterlässt das Handeln der Menschen ein immer detaillierteres digitales Abbild, das später zunehmend automatisiert überprüft, analysiert und bewertet werden kann.


Dies verändert die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern, zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Staat und Bürger, im Büro und in der Fabrik.

Das Buch beschreibt die Veränderungen, indem es sich kapitelweise diesen unterschiedlichen Beziehungen widmet und mögliche Auswirkungen des Datenschattens – Gefahren, aber auch überhöhte Erwartungen und Befürchtungen – untersucht. Vielen Kapiteln sind zudem Interviews mit Fachleuten und Betroffenen beigefügt – unter anderen kommen ein Arbeitsrechtler, ein Datenschützer, ein Staatsanwalt und eine Drogeriemarktangestellte ebenso zu Wort wie die CCC-Aktivistin und der Experte für »geoslavery«. Die Analyse ordnet die medialen Debatten um »Datenschutz«, »Sicherheitsgesellschaft« und Ähnliches ein und verschafft einen Überblick über die dahinterstehenden (Interessens-)Konflikte.

Die Lektüre ist sehr interessant und regt natürlich zum Überdenken dieses Problems der „Quasi-Spionage“ an. Eventuell werden sogar bisher praktizierte legere Verhaltensweisen korrigiert oder gar nicht mehr angewandt. Der Autor Matthias Becker hat das Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft und der Geschichte in Mannheim und London absolviert und ist jetzt freier Journalist unter anderem für die FRANKFURTER RUNDSCHAU, GUARDIAN und den DEUTSCHLANDFUNK.

Weitere Informationen und Leseproben bei: dpunkt.Verlag


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